am 15. Oktober

MGV Jubiläumskonzert - Neue Schlossgartenhalle

Festbuch

100 Jahre MGV

Gründung des Vereins

Gründung des Vereins „Freie Einigkeit“

 

Nach Kriegsschluss (Weltkrieg 1914-1918) scharten sich die jüngeren zurückgekehrten Krieger zusammen, um einen gewissen Grad der Bildung und des Könnens zu erreichen, und zwar unter dem Namen: „Verein freie Einigkeit Flehingen“.

Gründer des Vereins waren Lorenz Stäb, Friedrich Lieb, Alois Fesenbeck, Robert Rübenacker und Albert Schneider. Schon nach wenigen Wochen durften sich die Gründer des Vereins einer schönen Anzahl neuer Mitglieder erfreuen.

Von Zeit zu Zeit hielt nun der anfängliche Verein Versammlungen ab, um über die Organisierung desselben zu beraten.

Um dem jungen Verein einen Halt zu geben, wählte man dann einen Vorstand, und zwar kam dazu Friedrich Lieb in Betracht.

Mitte des Jahres 1919 wurde der Verein beim badischen Bezirksamt Bretten eingetragen, unter dem Namen: „Freie Einigkeit“.

Um nun dem Verein etwas Mittel zu verschaffen, erhob man einen kleinen Beitrag. Auch hielt der Verein öfter Tanzvergnügen ab und schaffte sich so etwas Vermögen.

Nach ungefähr einem Jahr bildete sich unter dem Verein eine Gesangsabteilung unter der Leitung von Herrn Oberlehrer Bausch.

Die Gesangsabteilung bestand anfangs aus etwa 20 Sängern; da sich aber der Verein sowohl bei freudigen wie auch bei trauernden Anlässen etablierte, so stieg das Zutrauen in denselben immer mehr, und wir gewannen an aktiven wie auch an passiven Mitgliedern.

Gegen Ende 1920 war die Sympathie des Vereins nur noch Gesang und nochmals Gesang. Am 6. Januar 1921, bei einer Generalversammlung, wurde der Antrag gestellt, den Verein umzutaufen und ihm den Namen zu geben: „Gesangverein Einigkeit Flehingen“

Nach Abstimmung mit etwa zwei Drittel Stimmen erhielt der Verein den Namen :

„Gesangverein Einigkeit“

Durch Bemunterung des Herrn Oberlehrers Heckner von Bauerbach wurde der Verein nach einigen Wochen in den Kraichgau Sängerbund aufgenommen; und zugleich wurde bestimmt, dass der Gesangverein an dem Bewertungssingen in Kürnbach teilnehme. Nach etwa einer halbjährigen Wirkung des Vorstands Ludwig Lieb hatte Lorenz Stäb die Stelle bis zum März 1920 übernommen, von da an wurde Albert Schneider gewählt.

Gegen Mitte April 1921 erkrankte Herr Oberlehrer Bausch und an seine Stelle trat Herr Hauptlehrer Schradi, welcher zurzeit den Verein

(musikalisch) leitet. Der Mitgliederstand ist zurzeit 106 einhundertundsechs.

Flehingen, 15. Mai 1921

Schneider Vorstand

 

 

Durch Beschluss vom 6. Januar 1921 wurden die Gründer unseres Vereins als Ehrenmitglieder aufgenommen. Ebenso auch unser früherer Dirigent Herr Oberlehrer Bausch als Ehrendirigent. Gründer sind folgende:

Lorenz Stäb

Friedrich Lieb

Robert Rübenacker

Alois Fesenbeck

Albert Schneider

Lorenz Stöckle

Leo Hirsch

Eigentlicher Gründungstag des Gesangvereins: 6ter Januar 1921. Die bis dahin geführten Mitglieder werden als Anfangsmitglieder geführt, und zwar der Reihenfolge nach.

Eingetretene Mitglieder nach dem 1. Januar

1921 sind:

1. Lingenfelser Karl II

2. Sigmund Asperger

3. Lingenfelser Franz

4. Bartsch Anton

5. Störzinger Wilhelm

6. Kolb

7. Steidle Florian

8. Steidle Lorenz

9. Pfeifer Heinrich

Am 5. Juni beteiligte sich der Verein (erstmaliger Auftritt) bei dem 25-jährigen Jubiläum in Schluchtern (bei Leingarten) und am 12. Juni 1921 nahm der Verein an dem Wertungssingen in Kürnbach teil, bei welchem er „sehr gut“erhielt.

 

Anmerkung:

Da die umliegenden Gebiete württembergisch waren, bildete Schluchtern seinerzeit eine badische Enklave in Württemberg.

Auszug aus der Historie des Liederkranzes Schluchtern (bei Leingarten):

„Zum 25-jährigen Gründungsfest am 05. Juni 1921 kamen - zu heutigen Zeiten unvorstellbare - 3.000 Gäste, denen diese Jubelfeier bis an ihr Lebensende in Erinnerung geblieben sein dürfte und - soweit sie noch leben - bleiben wird. Nicht etwa wegen der Qualität der Liedvorträge oder weil sonst in der Welt nichts Bemerkenswertes geschehen war, sondern vielmehr wegen der wolkenbruchartigen Regenfälle, die Fest und Besucher wegzuschwemmen drohten. Die damalige Einladung und die Vorstellung der teilnehmenden Vereine und ihrer Gesangsvorträge lässt die Dimension einer solchen Veranstaltung zumindest erahnen.“

Am 11. Juli wurde an Stelle des Albert Schneider als I. Vorstand Fritz Dehn und als II. Vorstand Sigmund Asperger gewählt. Der Verein folgte der Einladung des Bruder-Vereins Bauerbach zu seinem am 14. August abgehaltenen Erntefest und am 18. September hielt der Verein sein erstes Konzert ab, wobei er sehr viele Zuhörer begrüßen durfte. Am 17. November übernahm Herr Hauptlehrer Stöhr die Leitung des Vereins als Dirigent, welche bisher Herr Hauptlehrer Schradi hatte. Am 1. Januar führte der Verein einige Theaterstücke auf, wobei derselbe durch die vielen Beiwohnenden sich eine schöne Summe Geld erwarb. Im Laufe der Zeit gewann der Verein so viele Anhänger, dass er am Schluss des Jahres 126 Mitglieder zählt.

 

Flehingen, den 8. Januar 1922

Dehn

Vorstand

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